Wohnmobil Abgasskandal: Zahlreiche Dieselfahrzeuge manipuliert

Der Abgasskandal ist nun auch bei den Wohnmobilen angekommen – und zwar mit voller Wucht. Denn immer mehr Wohnmobile mit Dieselmotoren stehen unter Verdacht, illegale Abschalteinrichtungen verbaut zu haben. Das ist besonders ärgerlich, da Rückrufe und drohende Diesel Fahrverbote für einen enormen Wertverlust der Wohnmobile sorgen.

Unter Verdacht stehen Marken verschiedener Hersteller wie Fiat, Iveco, VW, und Mercedes. Deren Modelle dienen als Basis für die beliebten Wohnmobile von Westfalia, Knaus, Pössl, Niesmann+Bischoff, Dethleffs, Hymer und andere. Wohnmobil-Besitzer sollten daher nicht zögern und ihr Fahrzeug auf Betroffenheit prüfen lassen. Der Wohnmobil Abgasskandal fängt gerade erst an.

In einer kostenlosen Erstberatung prüfen unsere Experten, ob auch Ihr Wohnmobil vom Abgasskandal betroffen ist. Gerne setzten wir dann Ihre Ansprüche für Sie durch – ganz ohne Kostenrisiko für Sie!

Faktencheck zum Wohnmobil Abgasskandal

Wohnmobil Abgasskandal bei Fiat Chrysler:

Bereits im August 2020 wurde die erste Klage im Wohnmobil Abgasskandal gegen Fiat Chrysler vor dem LG Freiburg eingereicht. Dabei ging es um das „Adria Twin“-Wohn­mobil auf Basis eines Fiat Ducato 2.3 Diesel von 2012. Die Motorsteuerung stoppte die Abschalteinrichtung immer nach genau 22 Minuten. Eine Abgasprüfung dauert in der Regel 20 Minuten, das reicht also, um bei den Tests die Grenzwerte einzuhalten und ein generell sauberes Fahrzeug vorzutäuschen. Genau wie VW wurde auch der italienische Autohersteller im Fiat Abgasskandal wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung verurteilt. Zuvor hatte der Europäische Gerichtshof entschieden, dass auch ausländische Hersteller vor dem heimischen Gericht verklagt werden können.

Die Deutsche Umwelthilfe veröffentlichte im Dezember 2020 Messungen von zwei Wohnmobilen, welche die Grenzwerte für Stickoxid und Kohlendioxid deutlich überschritten hatten: Pilote G700G und einen Dethleffs T7150 (beide auf Basis eines Fiat Ducato 150 Multijet).

Erst im März 2021 verurteilte das LG Koblenz den italienischen Autobauer erneut wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadensersatz (Az. 12 O 316/20). Auch hier soll die Motorsteuerung des Wohnmobils Ducato 2.2-Turbodiesel der Euronorm 6 von Fiat die Abgasreinigung nach 22 Minuten abschalten. Die Anwälte des Herstellers hatten sich nicht einmal zu den Vorwürfen geäußert. Beweise, welche die Vorwürfe entkräften, scheint es demnach nicht zu geben.

Wohnmobil Abgasskandal bei Iveco:

Im April 2021 hat das Schwesterunternehmen von Fiat, Iveco,  Dieselfahrzeuge der Baujahre 2015 bis 2019 zurückgerufen. Bei dem oft als Grundlage für Wohnmobile eingesetzte Transporter Daily von Iveco können laut KBA Störungen auftreten, welche die Verringerung der Stickoxide verschlechtern. Dies soll durch eine ungeeignete Software verursacht werden. Laut Unternehmen entwickelt Iveco gerade eine neue Motorsteuerung für die betroffenen Modelle. Wie schon von anderen Herstellern bekannt, soll mal wieder ein Software-Update Abhilfe schaffen. Das KBA prüft den Rückruf aktuell noch. Es ist davon auszugehen, dass es sich auch hier um eine illegale Abschalteinrichtung handelt.

Wohnmobil Abgasskandal bei Pössl:

Im Dezember 2020 ging die erste Klage wegen eines Pössl Wohnmobils im Abgasskandal am Landgericht Baden-Baden ein. Der Roadstar 600 L hat einen Multijet-Motor 2,3 L der Abgasnorm Euro 6b. Bereits seit den Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt bei Fiat Chrysler Ende Juli 2020 steht der Motor unter Verdacht, eine manipulierte Abgasreinigung zu enthalten.

Wohnmobil Abgasskandal bei Daimler:

Auch Daimler musste sich im November 2020 wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung durch Manipulation der Abgaswerte am Wohnmobil Marco Polo verantworten. Das OLG Köln bestätigte die Ansicht des KBA, dass im Wohnmobil  Mercedes Benz 250 Marco Polo eine illegale Motorsteuerung eingebaut sei, welche die Abgasreinigung verringere (AZ. 7 U 35/20). Es handelte sich dabei um ein Euro 6-Dieselfahrzeug mit dem Motortyp OM651. Neben der temperaturabhängigen Abgasreinigung, dem sogenannten Thermofenster, sei eine Aufwärmstrategie mit Erkennung der Prüfstandsituation, eine fehlerhafte Dosierung des AdBlue im SCR-Katalysator, ein Wechsel der Motorsteuerung nach 20 Minuten in einen dreckigen Abgasmodus sowie eine auf das Getriebe einwirkende Abschalteinrichtung vorgefunden worden. Das KBA hatte das Wohnmobil bereits 2018 offiziell zurückgerufen. Das angebotene Diesel Software-Update ließ der Fahrzeughalter nicht aufspielen.

Mauscheleien auf höchster Bundesebene im Wohnmobil Abgasskandal?

Trotz der klaren Beweislage gibt es bis heute noch keinen einzigen, auf den Abgasmanipulationen basierenden offiziellen Rückruf von Wohnmobilen. Nach den Erfahrungen bei VW, Daimler und Co. scheint es auch im Abgasskandal um die Wohnmobile fast so zu sein, dass das Kraftfahrt-Bundesamt und das Bundesverkehrsministerium an einer schnellen und lückenlosen Aufklärung und Entschädigung der betrogenen Dieselkäufer kein Interesse haben.

Im Gegenteil: Im Mai 2018 haben Journalisten des ZDF-Magazins Frontal21 aufgedeckt, dass sich 2016 der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gemeinsam mit seinem bayerischen CSU-Parteifreund und heutigen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer persönlich für die Typgenehmigung eines neuen Wohnmobils des bayerischen Herstellers Knaus Tabbert eingesetzt haben. Und das, obwohl beiden nachweislich klar war, dass es sich um ein Fahrzeug mit unzulässiger Abschalteinrichtung handelte. Hier geht’s noch bis zum 08.05.2021 zum TV-Bericht.

Auch ohne offiziellen Rückruf und trotz der Mauscheleien zwischen KBA und Bundesverkehrsministerium: Betroffene Wohnmobil-Besitzer sollten nicht länger zögern und ihre Rechte im Abgasskandal einfordern. In einer kostenlosen Erstberatung prüfen wir Ihre Chancen und die Höhe, die Ihnen an Schadensersatz zusteht.

Sofortcheck Ihres Anspruchs im Abgasskandal

Welche Modelle und Motoren sind vom Wohnmobil Abgasskandal betroffen?

Der Wohnmobil Abgasskandal nimmt in Deutschland immer größere Dimensionen an. Den Fahrzeugen droht ein enormer Wertverlust und sogar die Stilllegung. Interessant daran ist, dass die meisten Wohnmobil-Hersteller die betroffenen Motoren gar nicht selbst entwickelt haben. Motoren und Karosserien stammen in den meisten Fällen von Fiat (mit seinem Modell Ducato), aber auch von Iveco, Mercedes, Citroen und anderen großen Autobauern. Die Chancen, dass auch Ihr Wohnmobil vom Abgasskandal betroffen ist, sind daher sehr groß.

Diese Dieselmotoren stehen im Verdacht der Abgasmanipulation:

Fiat und Iveco:

  • 1,3 Liter Multijet
  • 1,3 Liter 16V Multijet
  • 1,6 Liter Multijet
  • 1,6 Liter
  • 2,0 Liter Multijet
  • 2,0 Liter
  • 2,2 Liter Multijet II
  • 2,3 Liter Multijet
  • 2,3 Liter
  • 3,0 Liter
  • 110 Multijet F1AE3481G
  • 115 Multijet 250A1000
  • 150 Multijet F1AE3481D
  • 180 Multijet F1CE3481E

Mercedes:

  • OM 651

Bereits 50 Wohnmobilhersteller stehen unter Verdacht, ihre Dieselfahrzeuge manipuliert zu haben. Speziell sind bereits Abgasmanipulationen bei den Wohnmobil-Modellen Marco Polo von Mercedes, Roadstar 600 L basierend auf dem Citroen Jumper und der Ducato-Basis von Fiat nachgewiesen.

Folgende Hersteller haben diese Motoren verbaut:

Adria
Arca
Autostar
Autotrail
Bavaria
Benimar
Bimobil
Bocklet
Bürstner
Campereve
Caravans international
Cardo
Carthago
Challenger
Chausson

Concorde
Dethleffs
Dopfer
Elnagh
Eura Mobil
Fleurette
Font Vendome
Form IT
Forster
Frankia
Globecar
Hobby
Hymer
Itineo
Kabe

Karmann
Kerkamm
Knaus
La Strada
Laika
Le Voyageur
LMC
McLouis
Mobilvetta
Morelo
Niesmann & Bischoff
Notin
Phoenix
Pilote
PLA

Pössl
Protec
Rapido
Rimor
Roller Team
Sunlight
Sunliving
Swift
Tourne
Weinsberg
Westfalia
Wingamm
Woelcke

Wohnmobile fast aller Hersteller betroffen vom Abgasskandal

Die amtliche Zulassungs-Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) ist eindeutig: Fiat war zwischen 2010 und 2019 mit großem Abstand der Deutschen liebster Wohnmobil-Hersteller. Verantwortlich dafür ist das Fiat-Modell Ducato. Dessen Karosserie und Motor dienen als bewährte Basis für die Camper der größten Hersteller Pössl, Knaus, Dethleffs & Co.. Wohnmobile also, die als besonders wertstabil gelten und die in der Vergangenheit auch nach zehn Jahren häufig noch die Hälfte ihres Kaufpreises wert waren.

Neuzulassungen von Wohnmobilen in 2019 nach ausgewählten Herstellern

  • Fiat Chrysler
  • Citroen
  • Daimler
  • Ford
  • Volkswagen
  • Rest

Quelle: www.kba.de

Seit jeher zeichnet viele Wohnmobil-Besitzer ein besonderes Lebensgefühl aus: Der Wunsch nach Freiheit, Naturverbundenheit und Flexibilität ist bei den mobilen Campern besonders ausgeprägt. Umso schockierender sind die Fakten, die in den vergangenen Jahren im Abgasskandal ans Licht kamen: Insbesondere die Dieselfahrzeuge mit einem Motor von Fiat und Iveco sind von der massiven Abgasmanipulation betroffen. Das heißt, dass die vermeintlich sauberen, rollenden Urlaubsvans in Wahrheit manipulierte Dreckschleudern sind, die in großem Stil mitverantwortlich sind für die schlechte Luft in Deutschlands und Europas Städten. Kein Wunder, dass Wohnmobil-Besitzer und die gesamte Wohnmobil-Szene nun erbost sind und die Forderungen nach Gerechtigkeit und Schadensersatz im Abgasskandal massiv sind.

Dies können auch wir nur unterstützen und möchten betroffene Wohnmobil-Besitzer daher ermutigen, mit einer Einzelklage gegen den Autobauer vorzugehen. In einer kostenlosen und unverbindlichen Erstberatung klären wir Sie über das sinnvollste Vorgehen zum Erwirken Ihrer Rechte auf. Durch tausende von Fällen im Abgasskandal verfügen unsere Juristen über die beste Expertise, um auch Ihnen im Wohnmobil Abgasskandal zu einer angemessenen Entschädigung zu verhelfen.

Das sollten betroffene Wohnmobil-Besitzer jetzt tun

Wer ein Wohnmobil mit Dieselmotor besitzt, sollte auf jeden Fall schnell handeln. Da die meisten Wohnmobile mit einem Motor von Fiat und Iveco ausgestattet sind, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch Ihr Fahrzeug vom Wohnmobil Abgasskandal betroffen ist. Als erfahrene Anwaltskanzlei im Abgasskandal erwarten wir weitere verbindliche Rückrufe durch das KBA. Die Beweislage wird sich daher auch bei anderen Herstellern weiter zuspitzen. Damit Sie nichts verpassen und Ihre Ansprüche auch durchsetzen können, raten wir daher, sich umgehend mit einem spezialisierten Anwalt in Verbindung zu setzen und Ihre Erfolgschancen im Abgasskandal zu besprechen. Wir beraten Sie dazu gerne in einem kostenlosen Erstgespräch.

Sie haben keine Rechtsschutzversicherung? Kein Problem: Auch dann finden wir einen Weg, Ihre Ansprüche völlig ohne Kostenrisiko für Sie durchzusetzen, beispielsweise im Rahmen einer Prozesskostenfinanzierung. Sprechen Sie uns gerne darauf an!

Unsere Erfahrungen im Dieselskandal

Vertrauen Sie auf unsere fachliche Expertise. Wir gehören zu den führenden Kanzleien in Deutschland beim Thema Abgasskandal und sind durch unsere jahrelange Erfahrung aus 10.000 Fällen hoch spezialisiert.

Bild von Markus Decker - Experte im Wohnmobil AbgasskandalBild von Ulf Böse - Experte Wohnmobil Abgasskandal

Decker & Böse Rechtsanwälte als Experten und Verbraucherschützer im WDR.

Ihre Rechte im Abgasskandal

  1. Anspruch auf Schadensersatz vom Hersteller

Bei einer vorsätzlichen Schädigung durch Manipulation der Abgasreinigung können betroffene Wohnmobil-Besitzer den Kaufpreis vom Hersteller zurückfordern.

  1. Rückabwicklung des Kaufvertrages

Sie können das Wohnmobil zurückgeben und den Kaufpreis zurückverlangen.

  1. Zusatzchance bei Finanzierung des Wohnmobils: Der Widerrufsjoker

Haben Sie Ihr Wohnmobil durch einen Autokredit oder Leasingvertrag finanziert? Dann ist der Widerruf des Finanzierungsvertrages ein guter Weg, um sich von Ihrem manipulierten Wohnmobil zu trennen. Denn ist der Vertrag fehlerhaft, kann dieser rückabgewickelt werden. In der kostenlosen Erstberatung überprüfen wir auch diese Option für Sie.

Jetzt Schadensersatz für Ihr Wohnmobil im Abgasskandal fordern

Sie sind nicht sicher, ob auch Ihr Wohnmobil vom neusten Abgasskandal betroffen ist? Dann prüfen wir gerne für Sie, ob auch Sie einen Anspruch auf Schadensersatz haben. In einer kostenlosen Erstberatung besprechen wir gerne alle Details und Erfolgschancen mit Ihnen. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

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