Arbeitsrecht: Der gesetzliche Kündigungsschutz und das Recht auf Abfindung

Wenn Sie eine Kündigung erhalten haben und diese angreifen wollen, gilt es schnell zu handeln. Sie müssen spätestens 3 Wochen eine sog. Kündigungsschutzklage gegen die Kündigung erheben. Hierbei gilt es keine Fehler zu machen. Ziehen Sie hier im eigenen Interesse immer einen kundigen Anwalt hinzu!

Gesetzlicher Kündigungsschutz

Wenn Sie eine Kündigung erhalten haben und eine Weiterbeschäftigung erreichen wollen, gilt es schnell zu handeln. Bei einer Beschäftigung von länger als 6 Monaten in einem Betrieb, der mindestens 10 weitere Arbeitnehmer beschäftigt, gilt der gesetzliche Kündigungsschutz. Wenn Ihr Arbeitsvertrag vor dem 31.12.2003 geschlossen wurde, gilt der gesetzliche Kündigungsschutz sogar schon, wenn in dem Betrieb nur 5 weitere Arbeitnehmer beschäftigt sind.

Kündigungsgrund

Der Arbeitgeber darf nur kündigen, wenn er auch einen Kündigungsgrund hat. Ob der von Ihrem Arbeitgeber angegebene Kündigungsgrund den gesetzlichen Anforderungen genügt und hinreichend dargelegt ist, gilt es rechtlich zu prüfen.

Besonderer Kündigungsschutz

Sind Sie schwanger, schwerbehindert, Betriebsratsmitglied oder Datentschutzbeauftragte/r? Dann genießen Sie besonderen Kündigungsschutz. Hier gilt es die verschiedenen Ausnahmen zu kennen und sich bei Vorliegen der Voraussetzungen entsprechend zur Wehr zu setzen.

Formale Anforderungen an die Kündigung

Die Kündigung muss auch formalen Vorgaben genügen. Immer wieder passieren hier Fehler von Seiten der Arbeitgeber. Auch durch eine formale Fehlerhaftigkeit kann eine Kündigung angegriffen werden. Wichtig: Einige formale Fehler einer Kündigung können nur innerhalb weniger Tage nach der Kündigung angegriffen werden!

Das Mittel gegen die Kündigung: Die Kündigungsschutzklage

Gegen eine unwirksame Kündigung des Arbeitsvertrages ist spätestens drei Wochen nach Zugang der Kündigung die sog. Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht zu erheben. Dies gilt IMMER, auch dann, wenn im Einzelfall eine längere Kündigungsfrist vom Arbeitgeber gewährt wird.

Abfindung

Voraussetzung für eine Verhandlung mit dem Arbeitgeber über eine Abfindung ist die rechtliche Wahrnehmung und Geltendmachung des gesetzlichen Kündigungsschutzes. Nur so wird der Arbeitgeber mit Ihnen über eine Abfindung verhandeln. Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung bei einer Kündigung des Arbeitsvertrages gibt es nur in Ausnamefällen. Eine Abfindung wird daher regelmäßig im Verhandlungswege erzielt, sobald die Maßnahmen des gesetzlichen Kündigungsschutzes eingeleitet  wurden, denn nur dann haben Sie als Arbeitnehmer eine hinreichend starke Verhandlungsposition gegenüber dem Arbeitgeber.

Setzen Sie auf Kompetenz und Erfahrung:

„Bei einer arbeitsrechtlichen Kündigung gilt es keine Zeit zu verlieren, da kurze Fristen laufen! Hier gilt es schnell zu handeln um alle Chancen zu wahren!“

Unterlagen für den Termin

  • Kündigungsschreiben
  • Arbeitsvertrag
  • Weitere Schreiben / Abmahnungen des Arbeitgebers (soweit vorhanden)