Corona Reise-Erstattung: Welche Ansprüche haben Verbraucher?

Die Corona-Pandemie hat dieses Jahr Menschen weltweit beim Thema Urlaub einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wegen Reisewarnungen, Beherbergungsverboten oder auch einfach der Angst, selbst an dem Virus zu erkranken haben viele ihre Reise absagen müssen. Doch häufig ist der Urlaub schon länger geplant und teilweise sogar komplett bezahlt. Da stellt sich nun für viele Verbraucher die Frage: Wer übernimmt eigentlich die Kosten? Habe ich durch Corona einen Anspruch auf eine Reise-Erstattung?

Wer erstattet die Kosten, wenn die Reise wegen Corona storniert werden muss?

Corona Reise Erstattung Geld und Haende

Die Frage nach den Ansprüchen scheint in Corona-Zeiten kompliziert und undurchsichtig. Aufgrund des Virus haben viele Fluggesellschaften ihre Flüge gestrichen, Hotels mussten schließen oder durften Gäste aus bestimmten Regionen nicht beherbergen, Reisende mussten ihren Urlaubsort vorzeitig verlassen. Besonders ärgerlich für diejenigen, die ihren Urlaub frühzeitig gebucht und sogar an- oder komplett bezahlt haben.

Doch fällt beispielsweise ein Flug seitens der Fluggesellschaft komplett aus, muss ein Alternativflug angeboten werden. Passiert dies nicht, haben Sie auch zu Corona-Zeiten grundsätzlich einen Anspruch auf die Erstattung der Reise. Laut Fluggastrechteverordnung der EU hat die Fluggesellschaft für die Kostenerstattung sieben Tage Zeit.

Wer den Flug allerdings von sich aus storniert, beispielsweise aus Sorge sich während der Reise mit dem Coronavirus zu infizieren, der bekommt zwar den Ticketpreis erstattet, muss aber die Stornogebühren tragen. Diese fallen bei den meisten Reiseveranstaltern sehr hoch aus. Daher lohnt es sich zu überlegen, ob man die Gebühren in Kauf nehmen will und die Reise absagt oder auf eine Stornierung der Fluggesellschaft oder des Reiseveranstalters wartet.

Betroffene sollten daher nicht lange warten und sich rechtzeitig über ihre Rechte informieren. Wir prüfen Ihre Ansprüche gerne kostenlos für Sie und setzen Ihre Rechte anschließend ohne Kostenrisiko für Sie durch.

Welche Ansprüche haben Reisende bei einer Pauschal- bzw. Individualreise?

Bei einer Pauschalreise bucht man mehrere Leistungen (Flug, Hotel, Mietwagen, Kreuzfahrt) bei einem einzigen Veranstalter. Wird nun eine dieser Reiseleistungen nicht erbracht, beispielsweise weil das Hotel aufgrund von Corona geschlossen wurde, gibt es hier einen Schutz für den Reisenden. Bei Reisewarnungen durch das Auswärtige Amt haben Sie beispielsweise die Möglichkeit vom Vertrag zurückzutreten. Die Leistung, die man nicht erhalten hat, muss man dann auch nicht bezahlen.

Sagt der Reiseveranstalter die Reise selber ab, auch wenn es zum Schutz des Reisenden passiert, muss dieser auch die Kosten tragen. Ratsam ist es daher grundsätzlich, zunächst Kontakt zu dem Reiseveranstalter aufzunehmen und zu versuchen, die Kostenübernahme zu klären.

Bei Reisenden, die den Flug, Hotel, Transfer etc. separat gebucht haben, muss man den Einzelfall betrachten. Storniert der Gast eine dieser Leistungen, trägt dieser zunächst auch die Kosten. Storniert dieser aufgrund einer Reisewarnung wie es derzeit durch Corona sein kann, muss der Einzelfall betrachtet werden. Aber auch hier gilt: Storniert die Fluggesellschaft, das Hotel etc. von sich aus, muss diese Ersatz anbieten oder das Geld erstatten.

Gutschein oder Geld zurück? Womit kann bei einer Reise-Erstattung durch Corona?

Seit dem 31. Juli 2020 können Reiseveranstalter ihren Kunden einen Gutschein anstelle der sofortigen Rückzahlung anbieten, wenn die Pauschalreise aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Dies ist von der Bundesregierung jedoch durch Corona auf freiwilliger Basis angesetzt. Der Veranstalter muss den Kunden also auf das Wahlrecht zwischen einem Gutschein und der sofortigen Erstattung der Reise hinweisen und darf keine Kosten dafür veranschlagen. Der Kunde muss den Gutschein demnach nicht annehmen. Er behält den Anspruch auf die volle Erstattung der Reisekosten, auch wenn er den Gutschein ablehnt.

Unsere Erfahrungen mit der Erstattung von Reisen

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Verbraucherkanzlei für Abgasskandal| WDR Videoaufnahme

Decker & Böse Rechtsanwälte als Experten und Verbraucherschützer im WDR.

Was passiert mit der Anzahlung?

corona-reise-erstattung-geldscheineReiseveranstalter verlangen häufig hohe Gebühren, wenn die Reise storniert wird. Wurde die Reise bereits angezahlt, wird dieser Betrag für die Stornierung in der Regel einbehalten und nicht zurückerstattet. Wenn die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen bis zu Beginn der Reise anhalten (davon ist zurzeit auszugehen), haben Sie Anspruch auf die Erstattung der Anzahlung.

Wer die Reise von sich aus nicht stornieren möchte, bleibt allerdings vertraglich gebunden und muss dementsprechend auch die Restzahlung der Reise leisten.

Wenn sich der Reiseveranstalter weigert, das Geld zu erstatten: Anwalt einschalten

Weigert sich Ihr Reiseveranstalter die Reise in Corona-Zeiten zu erstatten, sollten Sie hartnäckig bleiben. Der Gesetzgeber sieht bei Pauschalreisen eine Frist von 14 Tagen für die Rückerstattung vor, bei Individualreisen sind es sieben Tage. Diese sollten Sie gewähren. Kommt Ihr Veranstalter trotz Mahnung Ihrer Forderung nicht nach, sollten Sie sich einen spezialisierten Rechtsanwalt suchen. Dieser kann Ihnen helfen, Ihr Geld zurückzuholen.

Zahlt die Reiserücktrittsversicherung die Kosten der Reise?

Nein. Die Reiserücktrittsversicherung erstattet die Stornokosten nicht, wenn der Urlauber die Reise aus Angst vor Corona absagt. Kann der Betroffene nicht reisen, weil er beispielsweise in Quarantäne muss, zahlt die Versicherung ebenfalls nicht. Ebenso verhält es sich bei einem Einreiseverbot oder einer Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes oder auch bei Einschränkungen durch Covid-19 vor Ort. Steht der Reisende unter Verdacht, erkrankt zu sein, da zum Beispiel die Corona-App ein erhöhtes Risiko anzeigt, zahlt die Versicherung ebenfalls nicht.

Der einzige Fall, in dem eine Reiserücktrittsversicherung tatsächlich eintritt ist, wenn Sie tatsächlich selber unerwartet erkranken und die Reise daher nicht antreten können. Sie müssen also selber an Corona oder einer anderen Krankheit erkranken. Es gibt allerdings auch einige Policen, in denen sogar die Leistungen ausgeschlossen werden, wenn eine Pandemie die Ursache der Erkrankung ist. Daher sollten Sie unbedingt in Ihre Vertragsbedingungen schauen.

Was passiert, wenn der Veranstalter vor Erstattung der Reise durch Corona pleite geht?

Wenn der Reiseveranstalter oder die Airline Insolvenz anmeldet, erhalten Privatkunden in der Regel kein Geld zurück. Das Unternehmen muss dann zunächst andere Gläubiger wie Banken und Investoren bedienen. Der Verbraucher geht da normalerweise leer aus. Als Betroffener sollte man also zeitnah handeln und nicht warten, bis der Reiseveranstalter gar nicht mehr zahlen kann.

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