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Schmerzensgeld bei Schleudertrauma

Voraussetzungen und Beispielurteile in der Übersicht

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Ablenkungen im Straßenverkehr sind heimtückisch: Ein flüchtiger Blick zur Seite oder ein kurzer Griff in die Handtasche auf dem Beifahrersitz genügen bereits, um eine plötzliche Bremsung des vorausfahrenden Fahrzeugs zu übersehen. Infolgedessen kommt es häufig zu Auffahrunfällen, welche nicht nur Sachschäden an den beteiligten Autos verursachen können, sondern möglicherweise auch körperliche Schäden wie ein Schleudertrauma. Dieses Trauma kann wiederum Anspruch auf Schmerzensgeld begründen. Die konkrete Höhe des Schmerzensgelds bei einem Schleudertrauma hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab, etwa dem Schweregrad der Verletzung.

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Das versteht man unter einem Schleudertrauma

Ein Schleudertrauma ist eine Verletzung bzw. Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) und angrenzender Weichteile, die durch eine plötzliche Bewegung oder Beschleunigung des Kopfes verursacht wird. Typischerweise tritt das bei Verkehrsunfällen auf, wenn der Kopf durch einen Aufprall schnell nach vorne und zur Seite geschleudert wird.

Dabei können die Bandscheiben, Gelenke und Muskeln der Halswirbelsäule überdehnt und gequetscht werden. Mögliche Folgen umfassen Blutungen, Einrisse von Bändern und Kapseln sowie Prellungen der Muskulatur. Als Schleudertrauma bezeichnet man aber auch leichtere Verletzungen dieser Art ohne knöcherne Schäden.

Symptome und Einstufung von Schleudertraumata

Typische Symptome sind Nackenschmerzen und Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule nach dem Unfall. In schweren Fällen kann es zu Nervenschädigungen, Lähmungserscheinungen und Wirbelsäuleninstabilität kommen. Daher sollte bei Verdacht auf ein Schleudertrauma immer ein Arzt aufgesucht werden, um ernste Verletzungen auszuschließen. Die Schweregrade eines Schleudertraumas werden anhand der konkreten Symptome eingestuft. Dabei berücksichtigt man auch, wie stark die Beschwerden sind und wie lange sie anhalten.

Nach gängigem Einstufungssystem gibt es fünf Schweregrade von 0 bis 4. Grad 0 bedeutet keine Beschwerden. Bei Grad 1 treten leichte Symptome wie Nackenschmerzen oder leichte Bewegungseinschränkungen auf. Grad 2 steht für mittelschwere Beschwerden mit stärkeren Schmerzen, deutlichen Bewegungseinschränkungen oder Taubheitsgefühlen. Schwere bis sehr schwere Symptome wie verminderte Reflexe oder Lähmungen entsprechen Grad 3. Grad 4 bezeichnet schwerste Verletzungen wie Knochenbrüche, Verschiebungen oder Rückenmarkschäden.

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— Ulf Böse, Inhaber

Schmerzensgeld nach Unfall – Schleudertrauma am Unfalltag attestieren lassen

Wenn Sie in einen Autounfall verwickelt sind, sollten Sie noch am selben Tag zum Arzt gehen und sich ein ärztliches Attest besorgen. Oft treten Schmerzen und Beeinträchtigungen erst nach mehreren Stunden oder sogar Tagen auf. Es ist daher zusätzlich besonders wichtig, Verletzungen und Schmerzen genau zu dokumentieren.

Wenn die Schmerzen anhalten und Beeinträchtigungen längere Zeit bestehen bleiben, empfiehlt es sich auch, ein sogenanntes Schmerztagebuch zu führen. In diesem Tagebuch sollte festgehalten werden, welche Bewegungen, Arbeitsaufgaben und Freizeitaktivitäten aufgrund von Beschwerden nicht oder nur eingeschränkt ausgeführt werden können.

Die Voraussetzungen für Schmerzensgeld bei einem Schleudertrauma

Bei einem Verkehrsunfall hat der Geschädigte (Verletzte) gemäß § 253 BGB das Recht auf Schmerzensgeld vom Verursacher bzw. in der Praxis meist dessen Haftpflichtversicherung. Der Verursacher muss häufig aufgrund von fahrlässiger Körperverletzung im Straßenverkehr daher nicht nur mit strafrechtlichen Konsequenzen, sondern auch mit einer zivilrechtlichen Klage rechnen. Diese können im Rahmen einer Nebenklage aber auch zusammengefasst werden.

Allerdings muss der Unfall nicht zwangsläufig strafrechtlich relevant sein bzw. im Einzelfall immer von der Staatsanwaltschaft verfolgt werden, ohne dass Sie Anzeige erstatten. Ansprüche auf Schmerzensgeld können wegen des Schleudertraumas dennoch bestehen und können auch rein zivilrechtlich durchgesetzt werden. Eine gütliche Einigung ist ebenfalls möglich, sollte aber gleichermaßen von einem Anwalt begleitet werden, um nicht übervorteilt zu werden. Sobald Sie einer Einigung zustimmen, verlieren Sie Folgeansprüche.

Die Schmerzensgeld-Höhe bei einem Schleudertrauma

Schmerzensgeld hat eine wichtige Funktion, denn es gilt der Kompensation der erlittenen Schmerzen eines Unfallopfers. Die Höhe des Schmerzensgeldes hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Schwere der Verletzung sowie der Intensität und Dauer der Schmerzen. Es ist zudem auch relevant, ob langfristige Folgeschäden zu erwarten sind oder ob in Zukunft mit weiteren Schmerzen gerechnet werden muss.

Schmerzensgeldtabellen, wie die Celler Schmerzensgeldtabelle, geben Auskunft darüber, welche Beträge in konkreten Gerichtsurteilen bei bestimmten Verletzungen zugesprochen wurden. Sie können daher als grobe Orientierung für die mögliche Höhe eines Schmerzensgeldes dienen. Dennoch ist jeder Einzelfall anders gelagert und unterscheidet sich oft von den Fällen, die solchen Tabellen zugrunde liegen.

Beispiele für Schleudertrauma-Schmerzensgeld

Bei einem Schleudertrauma liegt das zugesprochene Schmerzensgeld in der Regel bei etwa 200 bis 5.000 Euro. So hat das Landgericht (LG) Aachen einer 67-jährigen Klägerin aufgrund einer leichten Verletzung der HWS, einer Woche Arbeitsunfähigkeit sowie zwei Wochen anhaltender Schmerzen ein Schmerzensgeld in Höhe von 200 Euro zugesprochen (Urteil vom 12.01.2004, Az. 11 O 381/03). Für eine HWS-Distorsion, multiple Prellungen, mehrmonatige Rücken- und Nackenschmerzen sowie Belastungsschmerzen im linken Arm erhielt ein Kläger 3.000 Euro (LG Köln, Urteil vom 13.02.2007, Az. 2 O 65/06).

Wenn weitere Beeinträchtigungen auftreten oder wenn die Halswirbelsäule dauerhaft erheblich geschädigt ist (z.B. im Falle einer Querschnittslähmung), sind auch deutlich höhere Entschädigungszahlungen möglich. Im Fall eines dreieinhalbjährigen Jungen, der infolge eines Autounfalls ab dem ersten Halswirbel querschnittsgelähmt war, sprach das LG Kiel ein Schmerzensgeld von 500.000 Euro sowie eine monatliche Geldrente in Höhe von 500 Euro zu (Urteil vom 11.07.2003, Az. 6 O 13/03).

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Lassen Sie sich individuell zu Schmerzensgeld und Schadensersatz beraten

Nach einem Verkehrsunfall gibt es oft Streit über das Schmerzensgeld, das den Geschädigten zusteht. Es ist häufig schwierig für die Opfer, tatsächlich Schmerzensgeld zu erhalten, denn diese besondere Form des Schadensersatzes ist an diverse Faktoren geknüpft. Die gegnerischen Versicherungen verlangen klare Beweise für die tatsächliche Verletzung einer Person. Diese müssen in Form eines Gutachtens von Fachärzten, wie Neurologen oder Orthopäden, erbracht werden und im Detail zeigen, welche Verletzungen vorliegen.

Daneben können aber noch viele andere Schadensersatzforderungen geltend gemacht werden. Das gilt nicht nur für Blechschäden beim Unfall selbst. Millionen Verbraucher haben beispielsweise aufgrund von Datenlecks oder wegen des Abgasskandals Ansprüche. Wir zählen im Verbraucherrecht zu den renommiertesten Anwaltskanzleien in Deutschland und verfügen dank unserer langjährigen Praxiserfahrung aus über 10.000 Fällen über eine hohe Spezialisierung auf dem Gebiet. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und sichern Sie sich Ihre kostenlose Erstberatung.

Häufige Fragen zum Schmerzensgeld bei Schleudertrauma

Die Höhe des Schmerzensgeldes bei einem Schleudertrauma ist pauschal nicht bestimmbar, denn sie hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine erste grobe Orientierung können Schmerzensgeldtabellen liefern. Entscheidend ist jedoch die Einschätzung von Ärzten, Sachverständigen und Richtern. Wesentlicher Punkt hierbei ist die Schwere der Beeinträchtigung, die durch das Schleudertrauma hervorgerufen wird. Ein sachkundiger Rechtsanwalt kann Ihnen helfen, die Höhe der Entschädigungssumme zu berechnen und unterstützt Sie dabei, Ihren Anspruch auf Schmerzensgeld erfolgreich durchzusetzen.

Es ist dringend anzuraten, bei Abfindungserklärungen der Versicherungsgesellschaften Vorsicht walten zu lassen. Obwohl sie einmalige Zahlungen versprechen mögen, schließen sie jegliche weitere Ansprüche auf Schadensersatz (auch für später auftretende Schmerzen) unwiderruflich aus.

Es ist empfehlenswert, zeitnah einen Anwalt zurate zu ziehen, selbst wenn klar ist, dass Sie für den Verkehrsunfall verantwortlich sind. Denn der Experte kann Ihnen detailliert Ihre Rechte und Pflichten erläutern. Möglicherweise tragen Sie auch nur eine Teilschuld. In diesem Fall kann ein Jurist nach einem Verkehrsunfall sowohl mit Ihrer eigenen als auch der gegnerischen Versicherung in Kontakt treten und etwaige Ansprüche geltend machen.

In Deutschland beträgt die Verjährungsfrist für Personenschadensansprüche in der Regel 3 Jahre. Es ist jedoch ratsam, so früh wie möglich einen Anwalt zu konsultieren, um keine Fristen zu versäumen.

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