Diesel Software Update – durchführen oder nicht?

Mit Diesel Software-Updates meinen die verantwortlichen Autohersteller, sich aus der Manipulationsaffäre ziehen zu können. Doch ihre Wirksamkeit wurde inzwischen häufig widerlegt: In vielen Fällen bewirken sie keine ausreichende Reduktion des Schadstoffausstoßes. Stattdessen sorgen sie für Frust und Ärger beim Autobesitzer. Denn gravierende Motorschäden, defekte Klimaanlagen und starke Verrußung sind nach dem Update oft an der Tagesordnung. Sollte es daher also überhaupt durchgeführt werden? Welche besseren Alternativen gibt es für geschädigte Autofahrer? Wir geben Ihnen einen Überblick über Hintergründe und Möglichkeiten.

Innenraum von einem Wagen und Diesel Software Update

Ziele des Diesel Software-Updates

Autos mit Diesel Software-Update in Abgaswolke

Rund zwei Jahre nach Beginn des Abgasskandals um manipulierte Dieselfahrzeuge fand 2017 das Nationale Forum Diesel, der erste sogenannte „Dieselgipfel“, zwischen Politik und Autobranche statt. Bund und Länder stellten darin die deutliche Forderung nach Sofortmaßnahmen und Übernahme von Verantwortung durch die Autohersteller. Klares Ziel war, die Stickstoffemissionen, die aufgrund der manipulierten und dadurch eigentlich nicht zulassungsfähigen Dieselfahrzeuge für immer schlechtere Luftqualität in den Innenstädten gesorgt hatten, kurzfristig und drastisch zu reduzieren.

Diesel Software-Updates als Ergebnis des ersten „Dieselgipfels“

Ergebnis der Zusammenkunft war der Beschluss, 5,3 Millionen Euro-5 und Euro-6 Dieselfahrzeuge bis Ende 2018 mit Software-Updates auszustatten, so dass der Stickstoffausstoß dieser Fahrzeuge sich um durchschnittlich 25-30 Prozent reduziert. Für knapp 2,5 Millionen nachweislich mit einer illegalen Software manipulierte Diesel-Pkw des VW-Konzerns hattes es bereits zuvor eine Umrüstungs-Anordnung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) gegeben (sogenannte verpflichtende Diesel Software-Updates bzw. Pflicht-Rückrufe). Diese Fahrzeuge sind in den 5,3 Millionen enthalten. Im Jahr 2018 kamen weitere eine Million angeordnete Updates weiterer Hersteller hinzu.

Die Kosten für all diese Diesel Software-Updates sollten die deutschen Hersteller, allen voran der Volkswagen Konzern, selber tragen.
Die Hersteller sicherten darüber hinaus zu, dass durch die Diesel Software-Updates keine negativen Veränderungen bei Kraftstoffverbrauch, Geräuschen oder Motorleistung an den Fahrzeugen entstehen würden.

Funktionsweise des Diesel Software-Updates

Vorneweg: Es gibt nicht „das eine“ Diesel Software-Update. Jeder Motortyp benötigt mehrere Varianten des Updates. Der berühmteste Schummel-Motor EA189 von VW beispielsweise erfordert allein schon rund 1.000 verschiedene Software-Varianten, abhängig unter anderem vom Gewicht des jeweiligen Fahrzeuges.

Wie also funktioniert ein Diesel Software-Update? Vereinfacht ausgedrückt bewirkt es, dass der Dieselmotor permanent im Prüfstandmodus läuft. Also in dem Modus, in dem zuvor die manipulierte Software den Stickoxidausstoß verringert hatte. So soll eine Reduzierung der Emissionen auch im alltäglichen Straßenverkehr erzielt werden. Die Abgasrückführungsrate wird dadurch teilweise deutlich höher, die Haupteinspritzung setzt früher ein und wird leicht reduziert. Durch die Reduktion wird auch die Leistung gesenkt. Deswegen muss eine unmittelbare Nacheinspritzung erfolgen, welche die Leistung wieder auf Vorniveau anheben soll.

Unvorhersehbare Folgen des Software-Updates

Über 5 Millionen Software-Updates an Diesel-Fahrzeugen wurden seit 2017 bereits durchgeführt. Rund 1 Million stehen noch aus. Von Anfang an berichteten Autobesitzer danach von aufgetretenen Mängeln, die sie unmittelbar auf das Update zurückführen. Insbesondere Motorprobleme und eine Verrußung wurden beklagt. Auch über Fälle von defektenMann lehnt über Motor mit Diesel Software-Update Klimaanlagen oder Turbodieseln wird berichtet. Über einen insgesamt schnelleren Verschleiß wird diskutiert und die Langzeitfolgen sind bislang noch nicht absehbar.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Tests die belegen, dass das Diesel Software-Update in vielen Fällen gar nicht zur angestrebten Höhe der Stickoxidreduktion führte. In einigen Extremfällen ist der Ausstoß nach dem Update sogar gestiegen! Selbst das Umweltministerium hat den Effekt der Software-Updates bereits als ungenügend kritisiert.

Häufige Mängel nach dem Diesel Software-Update

Typische Kurzzeitfolgen:

  • Erhöhter Kraftstoffverbrauch
  • Stotternder Motor
  • Mangelhafte Leistungsentfaltung
  • Probleme mit der Start-/Stopp-Funktion

Typische Langzeitschäden:

  • Versottungsschäden
  • Motorschaden
  • Defekte Dieselpartikelfilter
  • Defekte Diesel-Katalysatoren

Hat ein Diesel Software-Update also lediglich eine zweifelhafte Wirksamkeit und beschert dem Autobesitzer darüber hinaus unerwünschte Nebeneffekte, die den Wert des Dieselfahrzeugs noch weiter mindern?

Wenn auch Sie vom Hersteller bereits aufgefordert wurden, ein Software-Update an Ihrem Schummel-Diesel durchführen zu lassen und Sie sich nun aber unsicher sind, ob Sie dieser Aufforderung nachkommen sollten, nutzen Sie die kostenlose Erstberatung durch unsere erfahrenen Anwälte!

Sollten Autobesitzer das Diesel Software-Update durchführen lassen?

Dieselbesitzer, die vom Autobauer ein Software-Update für ihren Diesel angeboten bekommen oder gar eine Aufforderung zum Update vom Kraftfahrt-Bundesamt erhalten, sind oft unsicher. Sollten sie das Software-Update durchführen lassen? Der Rat unserer spezialisierten Anwälte lautet: Lassen Sie es nicht durchführen! Die Gefahr, dass Sie ein weiteres Mal vom Autohersteller betrogen werden, und Ihr Diesel danach noch weniger wert ist als zuvor, ist zu groß.

Stattdessen sollten Sie sich von einem erfahrenen Anwalt über Ihre Rechte aufklären lassen und gezielt gegen den Betrug vorgehen, um endlich angemessen entschädigt zu werden.

Statt Software-Update: Das können geschädigte Dieselfahrer jetzt tun

Sobald vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eine Aufforderung zum Software-Update zugeht, oder bereits mit einer Stilllegung des Diesels gedroht wird, sollten betroffene Kfz-Besitzer sich umgehend an einen spezialisierten Anwalt wenden. Im kostenlosen Erstgespräch prüfen wir Ihren Fall und wählen gemeinsam mit Ihnen aus den folgenden Optionen:

  1. Neues Auto gegen Rückgabe des Altfahrzeugs
  2. Geld zurück gegen Rückgabe des Altfahrzeugs
  3. Schadensersatz abzüglich Nutzungsentschädigung

Welche Rechte haben Dieselbesitzer nach einem Software-Update überhaupt noch?

Viele Besitzer von Dieselfahrzeugen denken, dass sie nach einem durchgeführten Software-Update keinerlei Ansprüche mehr gegenüber dem Hersteller haben. Häufig versuchen die Autokonzerne, ihnen auch genau das glaubhaft zu machen.
Doch, dass dem nicht so ist, haben bereits mehrere Landesgerichte entschieden. Auch der Bundesgerichtshof (BGH) entschied im Sommer 2020 in einem Fall der Kanzlei Decker & Böse, dass dem Mandanten trotz Software-Update Schadensersatz für seinen VW zusteht. Spätestens seitdem ist klar: Durch ein Software-Update entfallen keine Rechte, denn der Autokäufer wurde durch die Manipulation betrogen und muss dafür entschädigt werden.

Haben auch Sie ein Software-Update durchführen lassen, sind aber nach wie vor unzufrieden und möchten eine Entschädigung durchsetzen? Im kostenlosen Ersttermin prüfen unsere Juristen Ihre Ansprüche – völlig ohne Kostenrisiko.