Definition und weitere Informationen zu Urlaubsanspruch


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Urlaubsanspruch

Der gesetzliche Urlaubsanspruch ist eine Freistellung des Arbeitnehmers zur Erholung. Die Dauer ist im Arbeitsvertrag geregelt, muss bei Vollzeitarbeitnehmern aber mindesten 20 Tage im Jahr betragen.

Wer hat einen Urlaubsanspruch?

Der Anspruch auf einen Erholungsurlaub ist gesetzlich im Bundesurlaubsgesetz (BurlG) geregelt. Beim gesetzlichen Urlaubsanspruch befreit der Arbeitgeber den Arbeitnehmer zeitweise von seiner Arbeitspflicht, zahlt aber weiterhin das Arbeitsentgelt für diesen Zeitraum. Der Arbeitnehmer darf während dieser Zeit nicht arbeiten. Damit dient die gesetzliche Regelung des Urlaubsanspruches der Erholung des Mitarbeiters.

Der Urlaubsanspruch betrifft dabei grundsätzlich alle Arbeiter und Angestellte. Dazu kommen Personen, die sich in einer arbeitnehmerähnlichen Position befinden. Durch den Urlaub soll Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben werden, sich zu erholen und damit auch gesund zu bleiben. Dabei zieht dieser Art der Auszeit keine finanziellen Einbußen nach sich.

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Wie ist der Urlaubsanspruch geregelt?

Wie lange man mindestens Urlaub machen muss, wird im Bundesurlaubsgesetz festgelegt. Dabei gibt es einen gesetzlich festgelegten Mindestanspruch an Urlaubstagen.

Darüber hinaus kann ein Arbeitnehmer aber auch noch weitere Urlaubstage erhalten. Entsprechende Vereinbarungen dazu können zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer sowohl im Arbeits- oder Tarifvertrag, als auch in bestimmten Schutzvorschriften festgelegt werden. Damit schafft das Bundesurlaubsgesetz lediglich die Grundlage für den sozialen Arbeitsschutz. Auch bei Verhandlungen zur Einstellung eines neuen Mitarbeiters stellt die Anzahl der Urlaubstage einen entscheidenden Faktor dar.

Wie hoch liegt der gesetzliche Urlaubsanspruch?

Der gesetzliche festgelegte Mindesturlaub beträgt 24 Werktage bei einer 6-Tage-Woche. Dabei stellen auch Samstage Werktage dar. Aus diesem Grund ergibt sich bei einer Fünf-Tage Woche ein Anspruch auf 20 Werktage Urlaub. Der Urlaubsanspruch ist dabei nicht abhängig vom Alter. Der Anspruch auf den Jahresurlaub wird allerdings erst dann gültig, wenn man sich bereits mehr als sechs Monate im Arbeitsverhältnis befindet. Erst dann kann man ihn auch vollständig nehmen.

Urlaubsanspruch bei Teilzeit und für Minderjährige

Der gesetzliche Urlaubsanspruch verändert sich anteilig, wenn der Arbeitnehmer nur in Teilzeit und damit weniger Tage in der Woche arbeitet. Ausschlaggebend ist dabei nicht die Anzahl der Stunden, sondern die Anzahl der Tage, die ein Mitarbeiter in der Woche arbeitet.
Bei Minderjährigen liegt der Urlaubsanspruch bei 25 bis 30 Werktagen. Dabei kommt es aber auch auf das Alter des jugendlichen Mitarbeiters an. Der Urlaubsanspruch ist dabei im Jugendarbeitsschutzgesetz (ArbSchG) festgelegt.

Gab es früher eine Staffelung des Urlaubsanspruches im öffentlichen Dienst nach Altersgrenzen, wurde der Urlaubsanspruch in 2014 vereinheitlicht. Schwerbehinderte Arbeitnehmer haben zudem fünf zusätzliche Urlaubstage. Die durchschnittliche Anzahl der Urlaubstage lag in Deutschland in 2020 bei 28,2 Tagen im Jahr.

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Wie kann ein Arbeitnehmer den gesetzlichen Urlaubsanspruch beanspruchen?

In der Praxis stellen Arbeitnehmer in den meisten Betrieben einen Urlaubsantrag an ihre Vorgesetzten. Wird dieser genehmigt, kann der Arbeitnehmer seinen Urlaub für diesen Zeitraum planen. Eine Urlaubssperre darf der Arbeitgeber nur bei dringenden betrieblichen Gründen erlassen. Manche Unternehmen erlassen auch einen Betriebsurlaub. Dann müssen alle Arbeitnehmer gleichzeitig für einen bestimmten Zeitraum Urlaub nehmen. Diese Zeit darf allerdings nicht den gesamten Urlaubsanspruch eines Mitarbeiters ausmachen.

Auszahlung nicht möglich

Der Gesetzgeber schreibt zusätzlich vor, dass Urlaubstage im selben Jahr, in dem sie anfallen, auch genommen werden müssen. Unter gewissen Voraussetzungen darf ein Arbeitnehmer seinen gesetzlichen Urlaubsanspruch aber noch bis zum 31. März des Folgejahres nutzen. Diese Ausnahme gilt nur, wenn dringende betriebliche oder persönliche Gründe vorliegen. Arbeitgeber stehen zusätzlich in der Pflicht, den Mitarbeiter rechtzeitig darauf aufmerksam zu machen, seinen Urlaub zu nehmen. Ansonsten erlischt der Anspruch. Nach Ablauf dieses Zeitraums verfallen die Urlaubstage allerdings. Eine Auszahlung ist nicht möglich.

Wie viel Geld bekommt man während des Urlaubs?

Die Höhe des Lohns, den man während seines Urlaubs erhält, richtet sich nach dem Durchschnittseinkommen der letzten dreizehn Wochen. Dabei beachtet man allerdings nicht solche Verdienste, die durch Überstunden entstanden sind. Manche Arbeitgeber zahlen auch ein zusätzliches Urlaubsgeld, was eine freiwillige Sonderzahlung des Arbeitgebers ist. Einen Anspruch darauf gibt es also nicht.

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