Der Wohnmobil Abgasskandal: Rechtecheck für betroffene Dieselmotoren

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Dieselskandal, Rechtslage und Schadenersatz

Der Abgasskandal hat auch die Wohnmobile erreicht. Viele Reisemobile und Camper haben einen Dieselmotor mit unzulässiger Abschalteinrichtung. Für die Besitzer ist der drohende Wertverlust äußerst unerfreulich, ein Wohnmobil ist teuer. Wer auf dem Schaden durch die vorsätzliche Täuschung nicht sitzen bleiben will, sollte seinen Entschädigungsanspruch wahrnehmen und den Kauf rückabwickeln. Nutzen Sie heute noch die kostenlose Erstberatung bei unseren Anwälten.

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Dieselskandal: Abschalteinrichtungen auch im Wohnmobil

Der Dieselskandal hat endgültig auch die Wohnmobil-Szene erreicht. Eigentlich kein Wunder: Die überwiegende Zahl der Fahrzeuge besitzt einen Diesel-Motor, und viele der Motoren-Hersteller haben bei den Abgaswerten ihrer Diesel-Aggregate getrickst. Abschalteinrichtungen sorgten auf unzulässige Weise für geschönte Abgaswerte.

Der Dieselskandal zieht weite Kreise

Verdächtig sind Reisemobile mit Motoren unter anderem von VW, Fiat, Mercedes-Benz, Iveco, Peugeot und Citroen und damit die Wohnmobil-Modelle von vielen namhaften Herstellern. Die Verunsicherung unter Camper-Freunden ist groß. Wohnmobilbesitzer sind zu Recht besorgt. Sie sind mit einem herben Wertverlust konfrontiert.

Wohnmobil-Besitzer haben Anspruch auf Entschädigung

Wie andere Kfz-Besitzer haben auch die Käufer eines Wohnmobils Anspruch auf Entschädigung, wenn ihnen ein Fahrzeug mit Abschalteinrichtung verkauft wurde. Die vorsätzliche Abgas-Schummelei der Motorenhersteller ist ein klarer Fahrzeugmangel. In diesem Punkt ist die Rechtsprechung zum Abgasskandal eindeutig.

Wertverlust für Wohnmobile mit Diesel-Motor zu befürchten

Der Abgasskandal hat für die Wohnmobilbesitzer konkrete und teure Folgen. Besonders ärgerlich ist der Wertverlust. Gebrauchte Wohnmobile, bei deren Stickoxid-Werten geschummelt wurde, lassen sich nur noch mit schmerzhaften Preisabschlägen verkaufen. Diese Tendenz wird umso greifbarer, je mehr sich der Wohnmobil-Dieselskandal verdichtet.

Eigentlich galten Wohnmobile als preisstabil

Bis zum Dieselskandal war der Kauf eines Wohnmobils auch aus Sicht der Wertentwicklung eine gute Investition. Wer seine fahrbare Ferienwohnung gut pflegte und die Wartung ernstnahm, konnte das Fahrzeug auch nach vielen Jahren noch für einen guten Preis gebraucht verkaufen.

Dunkle Wolken über dem Markt für gebrauchte Wohnmobile

Lange Zeit sah es so aus, als würden die dunklen Skandalwolken die Camper verschonen. Das ändert sich nun. Diesel-Manipulationen bei Herstellern von Nutzfahrzeug-Motoren sind bekannt. Freiwillige Rückrufe gab es bereits. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass dies auf die Wohnmobil-Wertentwicklung durchschlägt.

Dieselskandal von Wohnmobilen – welche Motoren sind betroffen?

Betroffen sind Wohnmobile auf Basis des VW Crafter mit 2.0 TDI-Motor, des T5 mit 1,9 oder 2,5 TDI-Motor und T6 mit 2,0 TDI-Dieselmotoren. Reisemobile auf Mercedes-Benz-Basis mit Dieselmotoren OM642 oder OM651, die im Vito, Viano und Sprinter verbaut wurden, sind ebenfalls betroffen.

Vorsicht bei Multijet-Dieselmotoren mit Abschalteinrichtung

Weitere Kandidaten sind viele Wohnmobile auf Fiat- oder Iveco-Grundlage mit Multijet-Dieselmotor. Multijet-Motoren kamen auch bei Campern auf Basis des Citroen Jumper und dem Peugeot Boxer zum Einsatz. Daneben sind Ford-Trucks der Modelle F250 und F350 betroffen, die in Deutschland seltener sind.

Diesel Abgasskandal: Betroffenheit von Wohnmobilen weitet sich aus

Der Dieselskandal zieht immer noch neue Kreise, besonders im Wohnmobilbereich. Dort fanden die Abgas-Machenschaften lange wenig Beachtung. Wer wissen will, ob der Dieselskandal auch eine Gefahr für das eigene Reisemobil darstellt, wendet sich am besten an eine auf den Abgasskandal spezialisierte Anwaltskanzlei.

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Hymer Dieselskandal: Fiat Basis steckt auch Hymer Mobile an

Der deutsche Wohnmobilhersteller Hymer ist eine der bekanntesten Marken unter den Anbieter von Reisemobilen. Unter anderem setzte Hymer auf Fahrgestelle und Diesel-Motoren des Fiat Ducato. In vielen Motoren von Hymer-Mobilen war damit eine Motorensteuerung am Werk, die den Stickoxid-Ausstoß manipulierte.

Dieselskandal-Urteil wegen Hymer-Wohnmobil

Zunächst versuchte Hymer zu beschwichtigen. Doch diese Strategie war nicht lange erfolgreich. Das Landgericht Oldenburg verpflichtete einen Wohnmobil-Händler, dem Käufer ein neues, mangelfreies und gleichwertiges Reisemobil von Hymer zu liefern – ohne Abschalteinrichtung (LG Oldenburg, 02.09.2021 – 4 O 767/21).

Viele Hymer-Baureihen vom Dieselskandal betroffen

Der Kläger, der in Oldenburg ein neues Fahrzeug zugesprochen bekam, hatte sein Wohnmobil erst 2020 gekauft. Hymer-Kunden sollten auf jeden Fall klären, ob auch bei ihrem Wohnmobil Abgasmanipulationen vorliegen. Das gilt auch bei Modellen mit Iveco- oder Mercedes-Benz-Motor.

Wohnmobil-Hersteller Pössl im Abgasskandal

„Alltagstaugliche Wohnmobile“ bietet der Camper-Hersteller Pössl laut Werbeaussage an. Leider sind einige davon ins Zwielicht des Dieselskandals geraten. Auch Pössl verbaute Multijet-Motoren von Fiat, die im dringenden Verdacht der Dieselmanipulation stehen. Das gilt zum Beispiel für Modelle des Pössl Roadcamp oder Pössl Roadstar.

Auch Dethleffs hat skandalverdächtige Motoren genutzt

Dethleffs gehört ebenfalls zu den großen Namen im Wohnmobilgeschäft, die durch Multijet-Motoren ins Skandal-Zwielicht geraten sind. So hat der Besitzer eines Dethleffs Pulse (T 6811 EB) den Motorenhersteller Fiat wegen einer Abschalteinrichtung im 2,3 Liter Multijet-Motor erfolgreich auf Schadenersatz verklagt.

Dieselskandal-Klagen betreffen weitere Dethleffs-Modelle

Ein Dethleffs-Reisemobil vom Typ Globebus T1 wurde ebenfalls Gegenstand einer Klage im Abgasskandal. Auch in diesem Fall richtet sich die Klage gegen Fiat als Motorenhersteller, nicht gegen Dethleffs selbst. Weitere Klagen von geschädigten Dethleffs-Käufern sind zu erwarten.

Rechtecheck: Schadenersatz für Wohnmobil-Käufer im Dieselskandal

Die erste Frage lautet natürlich: Ist das eigene Wohnmobil vom Abgasskandal betroffen, wurde bei der Motorensteuerung getrickst, um Abgasgrenzen einzuhalten? Gerade bei Fahrzeugen von Wohnmobilherstellern wie Hymer, Dethleffs oder Pössl muss dazu der Motorentyp und –Lieferant bekannt sein.

Rechtecheck Wohnmobile: Verlässliche Auskunft vom Anwalt

Versierte Dieselskandal-Anwälte können schnell sagen, ob ein bestimmtes Wohnmobil von Dieselmanipulationen betroffen ist. Sie wissen auch, welche Ansprüche auf Entschädigung bestehen. Das hängt zum Beispiel davon ab, ob das Wohnmobil neu oder gebraucht gekauft wurde, und wann der Kauf stattfand.

Abgasskandal: Die Entschädigungsansprüche von Wohnmobilbesitzern

Ein Fahrzeug, dessen Abgasreinigung nur auf dem Prüfstand funktioniert und beim Fahren gezielt deaktiviert wird, hat einen schweren Mangel. Das gilt selbstverständlich auch für Wohnmobile. Die Käufer haben grundsätzlich Anspruch auf Schadenersatz. Allerdings gibt es verschiedene Formen von Entschädigungsanspruch.

Der Gewährleistungsanspruch gegen den Verkäufer

Verkauft ein Unternehmen ein neues Wohnmobil als mangelfrei, haftet es in der Regel zwei Jahre, bei Gebrauchtwagen nur ein Jahr. Solange kann der Käufer eines abgasmanipulierten Campers vom Verkäufer bzw. Händler die Beseitigung des Mangels oder ein neues, mängelfreies Fahrzeug fordern.

Dreijährige Haftung gegen den Hersteller wegen Sittenwidrigkeit

Eine längere Verjährungsfrist gilt für Entschädigungsansprüche gegen den Motorenhersteller und, wenn er von der Manipulation wusste, den Wohnmobilhersteller. In diesem Fall kann drei Jahre lang Entschädigung gefordert oder der Verkauf rückabgewickelt werden. Das liegt an der Sittenwidrigkeit vorsätzlicher, heimlicher Abgasmanipulation.

Kleiner Schadenersatz bei Wohnmobilen

Möglich ist auch der sogenannte kleine Schadenersatz: Der Wohnmobilkäufer behält sein Fahrzeug, bekommt aber eine Entschädigung, quasi als nachträgliche Kaufpreisminderung für den Sachmangel durch die Abschalteinrichtung. Eine solche Entscheidung fällte etwa das Landgericht Stade (17.08.2021 – 2 O 175/21).

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Wohnmobil-Abgasskandal: Citroen und Peugeot

Multijet-Dieselmotoren gelten unter Wohnmobil-Besitzern als besonderer Verdachtsfall für Abgasmanipulation. Solche Motoren wurden unter anderem von Iveco und Fiat in Nutzfahrzeugen verwendet, beide stecken tief im Skandalsumpf. Multijet-Dieselmotoren kamen aber auch bei Nutzfahrzeugen französischer Hersteller wie Citroen und Peugeot zum Einsatz.

Wohnmobile auf Basis des Citroen Jumper

Citroen Jumper gab es von 2011 bis 2016 mit Fiat-Multijet-Motoren. Das löste den Verdacht aus, dass auch in Wohnmobilen auf Citroen Jumper-Grundlage Abschalteinrichtungen versteckt sein könnten. Einen Nachweis gibt es dafür bislang noch nicht. Wertverfall droht trotzdem.

Wohnmobile auf Peugeot Boxer-Grundlage im Abgasskandal

Besitzer von Reisemobilen auf Peugeot Boxer-Basis sorgen sich ebenfalls zunehmend. Auch Peugeot setzte den Dieselmotor 180 Multijet ein. Damit könnten Wohnmobilen auf Peugeot-Fahrgestell überhöhte Stickoxid-Werte aufweisen. Im Dieselskandal-Sumpf steckt außerdem der Renault Master. Auch er wird von Wohnmobil-Ausbauern genutzt.

Skandal um Wohnmobile mit vielfach überhöhten Stickoxidwerten

Manche Nutzfahrzeug-Dieselmotoren, die in Wohnmobilen eingesetzt werden, haben sich bei Abgastests unter Straßenbedingungen als besonders dreckig erwiesen. Das Deutschlandradio berichtete von einem Wohnmobil mit Fiat Ducato-Dieselmotor, der angeblich die Euro 6 Norm einhielt, in Wirklichkeit aber das Zwölffache der erlaubten Stickoxidwerte erreichte.

Wohnmobile stoßen oft besonders viele Schadstoffe aus

Getestet hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Sie fand bei anderen Campern mit italienischem Multijet-Diesel bis zu 19fach überhöhte Abgaswerte. Da Wohnmobile schwere Aufbauten und eine aerodynamisch ungünstige, hohe Form haben, ist der Schadstoffausstoß tendenziell besonders hoch.

Nachrüstung mit SCR-Katalysator?

Abhilfe bringen soll die Nachrüstung mit einem SCR-Katalysator. Er arbeitet mit Harnstoff-Lösung. Die Nachrüstung ist jedoch gerade bei Wohnmobilen sehr kostspielig. Mit Kosten von mehreren Tausend Euro ist zu rechnen – ein weiterer Grund für Betroffene, ihren Anspruch auf Rücktritt vom Kaufvertrag durchzusetzen.

„Nicht genehmigungsfähig“ – Wohnmobile im Dieselskandal

Bereits 2020 sprach die Staatsanwaltschaft Frankfurt davon, dass Fahrzeuge mit bestimmten Fiat- und Iveco-Motoren wegen überhöhter Abgaswerte „nicht genehmigungsfähig“ seien. Deshalb waren Firmenräume der Hersteller in Deutschland durchsucht worden. Ermittelt wurde wegen Betrugsverdacht. Es geht also um handfeste strafrechtliche Vorwürfe.

Abgasmanipulation bei Wohnmobilen: Antworten für Camperfreunde

Sehr viele Wohnmobile sind betroffen, denn fast alle haben Dieselantrieb, und die Dieselmotoren vieler großer Hersteller enthielten eine unzulässige Abschalteinrichtung. Der Abgasskandal hat sehr beliebte Wohnmobil-Basisfahrzeuge und Wohnmobilmarken erfasst.

Die Lage entwickelt sich rasant, der Dieselskandal ist noch lange nicht ausermittelt. Auch im Wohnmobilbereich gibt es laufend neue Erkenntnisse. Deshalb ist es ganz wichtig, sich bei einer verlässlichen, stets aktuellen Quelle zu informieren. Das gilt besonders bei Information im Internet.

Bei manchen Wohnmobilen (genauer: bei manchen in Wohnmobilen eingesetzten Motoren) steht fest, dass die Abgaswerte überschritten wurden. Andere stehen im Verdacht, ohne dass manipulierte Testergebnisse nachgewiesen sind. Fest steht: Die Zahl betroffener Reisemobil-Modelle nimmt laufend zu.

Wirklich verlässliche Informationen dazu, ob das eigene Wohnmobil betroffen ist, liefern Rechtsanwaltskanzleien mit Schwerpunkt im Dieselskandal. Decker & Böse vertritt laufend Auto- und Wohnmobilkäufer. Die Kanzlei bietet Betroffenen eine kostenlose Erstberatung.

Unter Umständen droht eine verpflichtende Rückrufaktion durch das Kraftfahr-Bundesamt (KBA), bei dem die Schummel-Software entfernt wird. Solche Software-Updates können negative Folgen haben – es drohen erhöhter Verbrauch und Verschleiß und eine geringere Motorleistung. Dazu kommen weitere nachteilige Folgen.

Hält ein Fahrzeug entgegen den vom Hersteller zugesagten Standards die Abgasnormen nicht ein, sind Fahrverbote in Innenstadtzonen oder bei Smog möglich. Für Wohnmobile, die für den Tourismus gedacht sind, ist das ein entscheidender Nachteil. Im schlimmsten Fall droht sogar die Stilllegung.

Eine der unangenehmsten Konsequenzen aus dem Abgasskandal ist der Wertverlust: beim Verkauf von gebrauchten Wohnmobilen wird es schwieriger, einen angemessenen Preis zu erzielen. Dabei bedroht der Wertverlust nicht nur Wohnmobile, die eindeutig eine Abschalteinrichtung aufweisen. Der Gebrauchfahrzeug-Markt wird beim Camper-Segment insgesamt schwieriger.

Vorsätzliche Dieselmanipulationen sind ein schwerer Mangel. Käufer solcher Wohnmobile haben deshalb Entschädigungsansprüche. Die Forderungen können sich gegen den Motorenhersteller, den Wohnmobilhersteller oder den Wohnmobilhändler richten. Welche Ansprüche bestehen, und welche die größten Aussichten versprechen, hängt vom Einzelfall ab.

In vielen Fällen kann der Kauf rückgängig gemacht werden. Der Kunde gibt das Fahrzeug zurück und erhält den Kaufpreis erstattet, minus einer Nutzungsentschädigung. Auch der sogenannte „kleine Schadenersatz“ ist möglich: Dabei behält der Käufer das Fahrzeug, erhält aber einen Teil des Kaufpreises erstattet.

Ja, auch für Käufer von Gebrauchtfahrzeugen mit manipulierter Abgasreinigung besteht Entschädigungsanspruch. Das umfasst auch Wohnmobile. Die Höhe des Anspruchs hängt vom Kaufpreis, dem Kilometerstand und der Laufleistung des Fahrzeugs ab.

Bei einem freiwilligen Rückruf zum Software-Update der Motorsteuerung sollten Wohnmobilbesitzer genau nachdenken. Das Update könnte höhere Verbrauchs- und Verschleißwerte sowie Leistungsverlusten verursachen. Ohne Update werden die Abgasgrenzwerte weiter überschritten. Als Ausweg bietet sich die Rückabwicklung des Kaufvertrags an.

Ein verpflichtender Rückruf des Wohnmobils durch das Kraftfahr-Bundesamt (KBA) lässt wenig Spielraum: Bei Verweigerung droht der Verlust der Zulassung. Dafür ist ein verpflichtender Rückruf ein eindeutiger Beleg für den Fahrzeugmangel, und damit für den Entschädigungsanspruch des Käufers.

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